Aug in Aug. Herz zu Herz. Begegnung. Verbindung, Einheit?
Das ist es, was wir Menschen im tieferen Sinne suchen.
Astrologisch gesprochen finden wir das in der Ur-Sehnsucht von Neptun und den Fischen, einzutauchen in ein großes Ganzes und absolute Verschmelzung. Wo wir das jeweils suchen, zeigt die individuelle Horoskopstellung. Die Unerfüllbarkeit ist unsere ewige Wunde.

Weshalb komme ich darauf?
Kennen Sie den Mythos der Kentauren? Sie leb(t)en am Pilion, einem wild bewaldeten Berg auf einer Halbinsel an der Ostküste von Griechenland. Vielleicht kennen Sie ihn. Traumhaft! Sie wären halb Mensch, halb Pferd, sagen wir. Doch sie erleben sich selbst als natürliche Einheit von menschlichem Geist und Pferdekräften. Organisch gewachsen.

Wir suchen uns dem anzunähern, auch in Beziehungen mit Pferden. Doch es liegt in unserer Natur, dass wir hier eine unheilbare Wunde empfinden. Es ist nie ganz vollständig zu erleben. Da bleibt eine natürliche Grenze. Das evoziert eine  unstillbare Sehnsucht  nach der Verbindung dieser Wesen mit unserem intellektualisierten, hyper-kultivierten und damit oft kraftlos gewordenen Menschsein. Wir nennen das die Kentaurenkraft. Diese Wildheit und Ursprünglichkeit in Verbindung mit Geist, Bildung und Kultur.

Chiron war unter diesen oft sehr kriegerischen Völkern eine Besonderheit. Er war Universalgelehrter im Kentaurenleib. Sein Werdegang würde uns hier zu weit führen. Seine Fähigkeiten auf vielen Gebieten sind legendär, doch am bekanntesten ist er für seine Heilkrafte geworden. Er war so umfassend in sämtlichen Heilmethoden gebildet, dass es Alle heilen konnte, die zu ihm kamen und Hilfe benötigten.

Doch sein Schicksal war es, in einem Kampf zwischen Kentaurenstämmen unbeabsichtigt verwundet zu werden. Der Pfeil von Herakles traf ihn in den Schenkel, eingetaucht in das Gift der Hydra von Lerna. Damit wurde die geschlagene Wunde für Chiron unheilbar und war mit unstillbaren Schmerzen verbunden. Für sich selbst fand er kein Mittel zur Linderung. Als Nachkomme von Göttern war er selbst unsterblich und konnte sich von diesen Qualen nur befreien, indem er einwilligte sterblich zu werden. Diese Akzeptanz und sein Mut wurden von der Göttern belohnt, indem sie ihn als Sternbild an den Himmel versetzten.

Ja und der langen Rede tieferer Sinn – dieser Chiron ist in Horoskopen das letzte  langsamlaufende Prinzip, das aktuell im Juni das Zeichen gewechselt hat, in den Stier gewandert ist und damit tiefgreifende kollektive und persönliche Erfahrungen anzeigt. Mit einer Unterbrechung von Oktober 2026 bis April 2027, werden die entsprechenden Prozesse 8 Jahre dauern.

Heute 29.6.2026 finden außerdem 2 kurzfristig wirksame, aber doch wesentliche Konstellationen statt – einerseits der Vollmond im Steinbock, der wieder Höhepunkte im laufenden Monatsthema mit sich bringt – daher heute mein Blogbeitrag.
Andererseits wird heute Abend wieder einmal Merkur für 3 Wochen rückläufig.
Das zur  Info, für alle, die schon wissen, worum es dabei geht und das gerne berücksichtigen wollen.

Zurück zum eigentlichen Thema – Chiron im Stier – mit Langzeiteffekten.
Chiron bringt Verwundbarkeiten, Verletzungen, Altes und Unheilbares zum Vorschein, siehe Mythos. Jeder von uns hat so einen Bereich im Horoskop. Dort sind wir empfindlich, sensibel, durchlässig und reagieren extrem schnell und oft unverhältnismäßig heftig auf etwas, das uns hier trifft und berührt. Damit ist etwas Irrationales, Altes verbunden.

Während der letzten 7 Jahre hat diese Chiron-Dynamik das Zeichen Widder und das Instrument Mars betroffen. Dh. Durchsetzungskraft, Willens- und Kampfkraft, Abwehrkräfte und Individualität waren geschwächt und extrem gefordert. Streits und Kriege wurde immer lauter. Es hat sich für Alle die persönliche Frage gestellt: Was will ICH? Widder steht für die Urkraft des Egos. Gemeint ist nicht Egoismus, gemeint ist das Individuum, das Unteilbare in uns.

Ab jetzt steht die Venus als Organ des Stiers im Focus des Chiron. Dh die Wunde verlagert sich jetzt auf unsere Werte, auf Analoges. Welchen Wert hat unser Körper in einer Zeit, wo digitale Systeme selbst hier eindringen? Schritte zählen, Bewegungen aufzeichnen, Gesundheitsempfehlungen, Schönheitstipps, Bezahlvorgänge, Beziehungsverhalten, Sinneswahrnehmungen… es gibt keinen Lebensbereich, der nicht von In-ears, Apps, W-lan-Steuerungen, abhängig ist. Alle diese Bereiche drehen sich um Stier- und Venusthemen. Welchen Wert haben hier Organik und Natur? Was macht das Wesen-tliche des Menschen aus? Wie definieren wir Menschsein? Ab wann sind wir Hybride? Gesetzlich definiert? Zur Venus gehört die Kunst, das Kultivieren von etwas. Und auch die Abgrenzung. Ein weites Feld!

Stier ist ein Herdenwesen. Seine Kraft liegt im Zusammenstehen, im Bewahren des Kostbaren. Die eigene Herde ist jetzt das kostbare Gut und hat Herausforderungen zu meistern. Stier ist generell ein materielles, analoges Zeichen, dh Körper, Sinnlichkeit, Besitz, Finanzen, Immobilien, Investments, Eigentum, das Eigene als solches steht im Zentrum der chironschen Verwundungszone.

Venus steht für die Geliebte in uns im Horoskop einer Frau und für die Geliebte, die er sucht, im Horoskop eines Mannes. Bei Beiden steht sie für das Liebesempfinden, das Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Zugehörigkeit, Ausgleich und Harmonie, für die Anziehungskraft dessen, was zum eigenen inneren Wesen gehört, den Sinn für Ästhetik und Form. All das, was uns die Götter erkennen lässt – in Farben, Düften, Kunst, Natur und Menschen….
Venus steht als mögliches Projektionsfeld auch für Schwestern, Töchter, Freundinnen…Auch hier können unsere Verwundbarkeiten auftauchen. Was sagt uns das über uns selbst?

Chiron – der weise Kentaur – verkörpert die Einheit von Geist und Pferdeleib, unseren Instinkten.  Das entspricht unserem Streben nach Einheit. Heilung liegt in der Akzeptanz unseres Menschlichseins. Das Verlangen danach, unsterblich, Homo Deus zu werden, steht dem diametral entgegen und hat einen nicht einschätzbaren Preis, ist allerdings ein enormer Antreiber für ökonomische Strategien  Und dafür ist Stier begabt und anfällig. Doch im Kern sucht er Stille, sein Zentrum und Liebe.

Es existieren nun einmal sensible Chiron-Zonen, die Schmerzen verursachen, die nur mit größtmöglichem Bewusstsein, Achtsamkeit und Empathie langsam zusammenwachsen können.  Und diese Erfahrungen bewirken ungeahnte Heilung auf ganzheitlichen Ebenen.

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, scheint etwas in Ihnen zu Klingen oder Schwingen begonnen haben.

Melden Sie sich gerne, wenn Sie Ihre persönlichen Themen integrieren und tiefer eintauchen möchten!

In diesem Sinne herzliche Grüße und bis bald

Michaela Köllensperger

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